Chin. Zwergwachteln
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Die chinesische Zwergwachtel

Die chinesische Zwergwachtel (Coturnix chinensis chinensis) gilt als der kleinste Hühnervogel der Welt.

Als Hühnervogel ist dieser kleine Asiat auf jeden Fall zu identifizieren, denn er besitzt alle Merkmale eines Angehörigen der Galliformes (Hühnervögel): Kräftige Läufe, die zum Scharren und Laufen sehr geeignet sind; Runde, nicht besonders fluggeeignete Flügel und ein kleiner, spitzer Schnabel, durch den die Nahrung unzerkaut und unenthülst in den Kropf gelangt.

Diese kleine Wachtel ist schon seit mehreren Jahrhunderten im asiatischen Raum domestiziert, sie wurden z.B. von chinesischen Mandarins als Handwärmer in den Taschen getragen.

Immer mehr der possierlichen Tierchen finden seit Anfang des 20. Jhdt auch den Weg in europäische Volieren und Käfige, hauptsächlich als Bodenbesatz um den ungenützen Raum auszufüllen.

Nebenher haben sie auch noch die nützliche Angewohnheit, die fallengelassene Nahrung ihrer fliegenden Mitbewohner zu verzehren, und sich hauptsächlich davon zu ernähren.

Man sollte ihnen aber auch Obst, Grünfutter und lebende Insekten wie Mehlwürmer, Regenwürmer, Heimchen und Wiesenplankton zur Verfügung stellen.

Haltung in Gemeinschaftsvolieren

Die chinesische Zwergwachtel läßt sich mit nahezu jedem baumbewohnenden Vogel vergesellschaften, selbst mit großen Papageien, meist werden sie aber mit Exoten, Sittichen oder Kanarien gehalten. Man sollte darauf achten, dass immer genügend Versteckmöglichkeiten am Boden vorhanden sind, damit sich die Wachteln sicher fühlen können.

Normalerweise gibt es kaum Probleme zwischen den unterschiedlichen Arten, obwohl der Wachtelhahn teilweise agressiv auf "Eindringlinge von Oben" reagiert, besonders wenn er sein brütendes Weibchen verteidigt, wobei es allerdings sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Vogel verletzt wird.

Nicht zu raten ist die Vergesellschaftung mit größeren Hühnervögeln, wie Fasanen, Pfauen, großen Wachtelarten und das Zusammensetzen von zwei oder mehr Männchen auf zu engem Raum, da Zwergwachteln ihr angestammtes Revier verteidigen.

Der Ruf des Zwergwachtelhahns ist nicht so laut, wie der seiner größeren Vettern (europäische Wachtel, Japanwachtel, Virginiawachtel ...), und fällt daher auch in der Wohnung nicht unangenehm auf.

Hält man mehrere Hähne in angrenzenden Volieren läßt sich der Ruf weitaus öfter hören, ist aber nach wie vor nicht allzu aufdringlich.

Zu Bedenken ist auch, dass Zwergwachteln immer ziemlich schreckhaft bleiben, und bei gröberen Störungen sofort auffliegen, wobei sie sich schwere Schägelverletzungen zuziehen können.

Deshalb ist es ratsam den Wachteln jeweils einen Flügel zu beschneiden, sodass sie nicht mehr die enorme Höhe von 6 Metern aus dem Stand erreichen, sondern nur ncoh 50 cm hoch springen können, was die Verletzunggefahr in höheren Volieren ausschließt.

In niedrigen Volieren (bis 1m Höhe) sollte man die Decke mit Schaumgummi auskleiden, damit sich die Tiere beim Auffliegen nicht den Schädel einschlagen.

Zucht

Die Zucht der Zwergwachtel gilt ansich als nicht allzu schwierig, es gibt aber immer wieder Stolpersteine, die einem die angehenden Wachteleltern in den Weg legen.

Das wichtigste bei der Zucht ist ein optimales Raumverhältnis, was sich weniger auf die Größe des Raumes, sondern mehr auf dessen Einrichtung bezieht.

Viele Versteckmöglichkeiten sind unumgänglich, um der Henne ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, was grundlegend für eine erfolgreiche Brut ist.

Am Besten schichtet man benadelten Reisig in "Indianerzelt-Form" auf, oder türmt große Steine so auf, dass Unterschlüpfe entstehen. Auch getrocknetes Gras ist in Haufenform recht nützlich und wir gerne angenommen.

Der Kreativität sind beim Versteckbau keine Grenzen gesetzt.

Schlechte Erfahrungen habe ich mit kleinen Holzhäuschen gemacht, die im Grunde nur teuer waren, aber unnütz, da die Zwerge sie nicht benützten, sondern lieber auf die "natürlichen" Versteckmöglichkeiten auswichen.

Wenn das Wachtelpaar gut harmoniert, wird es nicht lange dauern, bis die Henne beginnt die ersten Eier zu legen. Das muss allerdings noch kein Hinweis auf eine beginnende Brutlust sein, da Hennen auch ohne Hahn bis zu 350 Eier im Jahr legen.

Errichtet die Henne aber ein kleines Nest in einem Versteck ist schon viel geschafft.

Viele Hennen legen ihre Eier irgendwo in der Voliere ab, und rollen sie später zu einem Gelege zusammen, während andere wiederrum gleich ins Nest legen.

Sobald das Gelege vollständig ist (4-15 Eier) und die Umstände passen wird die Henne zu brüten beginnen. Man sollte zur Zucht das eiweißhaltige Futter (Eifutter, Insekten) stark reduzieren oder ganz weglassen, da dieses Futter den Paarungstrieb der Henne so anregt, dass sie oft vorzeitig das Gelege verläßt. Auch ein besonders treibender Hahn kann zu einem vorzeitigen Verlassen des Geleges führen, in diesem Falle sollte der Hahn bei Brutbeginn aus der Voliere genommen werden, und der Henne die Jungenaufzucht alleine überlassen werden.

Sollte bei der Brut alles gut gehen, so sollten nach 16-17 Tagen die ersten hummelgroßen Küken schlüpfen, die schon am zweiten Tag als Nestflüchter mit der Futtersuche im Schutz der Henne beginnen.

Normalerweise beteiligen sich beide Elternteile an der Aufzucht der Jungen, es kommt aber auch vor, dass der Hahn die Jungen hackt, was wiederrum zur Separierung des Hahnes führen muss.

Die Jungtiere sind sehr schnellwüchsig und sind mit 5 Wochen schon vollständig befiedert und unabhängig von den Eltern.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts wurden viele Farbvarianten aus der ursprünglichen Wildform herausgezüchtet, die bekannteren davon sind Silber, Zimt, Geperlt, Weiß, Schecke, Blaugesicht, Rotbrust und vielerlei Kombinationen aus diesen.

Wer sich dafür interessiert sollte sich an einschlägige Seiten wie buttonquailbreeders.com oder .zebrafinch.com halten.

Leider machen sich immer wenige Züchter die Mühe, ihre Wachteln selbst brüten und aufziehen zu lassen, und brüten die Eier hingegen im Inkubator aus, um eine möglichst große Ausbeute an Küken zu erhalten.

Leider geht damit, wenn diese Form der Aufzucht über Generationen hinweg eingesetzt wird, der natürliche Bruttrieb der Tiere verloren, und es ist somit nicht mehr möglich, die Wachteln auf natürlichem Wege zu vermehren.

Deshalb plädiere ich für eine naturgemäße Haltung und Zucht dieser possierlichen Hühner.


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